


Salzburg in London
Kriminalhörspiel von Marcy Kahan
mit Martina Gedeck, Max Volkert Martens, Donata Höffer u.a.
Verlag/Label: Westfire Entertainment
1 CD, 55:33 min, 14,95 EUR
ISBN 978-3-940539-07-6
Eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks Köln
„Marcy Kahans mit großem Einfühlungsvermögen inszeniertes BBC-Hörspiel bebt vor hintergründigem britischem Humor.“
(Jörg Steinleitner, HörBuch-Magazin)
Esther Salzburg flieht aus der Sommerhitze New Yorks nach London, um das Drehbuch für einen billigen Thriller zu Ende zu schreiben. Doch London stöhnt unter dem heißesten Sommer seit 50 Jahren. Unfähig zu arbeiten, wird Esther Ohrenzeugin eines heftigen Ehestreits der Nachbarn. Dann verstummt die Stereoanlage. Und nachts kreischt eine Motorsäge. Was geht hier vor?
Diente die Motorsäge zur Vertuschung eines Mordes in der Nachbarwohnung? Marcy Kahans skurriler Hörspiel-Krimi verwickelt den Hörer in die sehr privaten Ermittlungen der New Yorker Drehbuchautorin Esther Salzburg (brillant: Martina Gedeck). Kahan widmete „Salzburg in London“ den legendären Leinwandstars Grace Kelly und James Stewart, das Hörspiel gilt als eine Hommage an den Hitchcock-Klassiker „Das Fenster zum Hof“.
Eine Hommage an Grace Kelly und James Stewart: Salzburg in London
Es ist Juli, es ist heiß, es lärmt aus den Nachbarwohnungen und von der Straße, ein gebro
chener Knöchel, Kettensägengeräusche in der Nacht ... man denkt an Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ im Hörspiel „Salzburg in London“ von Marcy Kahan, mit Ma
rtina Gedeck, Max Volkert Martens, Donata Höffer.
Kein Amerikaner in Paris, eine Amerikanerin in London, die dort einer heißen Spur nachgeht. Es beginnt mit einer Szene im heißen, lauten, nervigen New York, dem längst alle halbwegs Vernünftigen entflohen sind: „Lola hört ein Klicken ...“. Sie hört es in New York im Juli, sie hört es in London bei Tag, sie hört es in London zur Nacht. Denn „Lola hört ein Klicken ...“ ist die Szene eines Drehbuchs, das Esther Salzburg für einen billigen Hollywood-Thriller zu überarbeiten sucht, mit dem sie aber nicht weiterkommt. Im heißen New York im Juli 1995 (oder auch 1996) nerven Hitze, Lärm und undichte Stellen im Appartement die Autorin dermaßen, dass sie immer wieder an dieser Stelle hängen bleibt: „Lola hört ein Klicken ...“ Stromausfall! Genug ist genug. Esther beschließt, mittels Inserat eine ruhige Wohnung in London suchen, um dort ihr Drehbuch zu vollenden. London kennt sie, mag sie, dort hat sie noch Freunde und sogar eine ehemalige Liebe. Gesagt, getan, gefunden, sie kommt in London an .. im heißesten London seit 50 Jahren. In eine als „ruhig wie ein Grab“ angepriesenen Wohnung, umzingelt von Lärm - lauter als in New York. Babygeschrei, Klavierübungen, Kama-Sutra-Anhänger, Handwerkslärm - es ist kein Entkommen. „Lola hört ein Klicken ...“, während die Drehbuchautorin versucht, dem Drehbuch endlich die gewünschte Richtung zu geben, entwickelt sich ein ganz anderer Krimi um sie herum. Die, die für ein Treffen mit einem ehemaligen Freund (und ehemaligen Liebe), der treffenderweise gerade in Scheidung lebt, hungernd joggt, bricht sich den Knöchel und ist fortan an diese so nervige Wohnung gebunden - die Nachbarn beobachtend. Ein nächtlicher lautstarker Streit der Nachbarn mit anschließender verdächtiger Stille lässt sie nicht ruhen. So entwickelt sich ein kleines Drama, in das sie ihre Freundin, den ehemaligen (und vielleicht bald wieder neuen) Freund sowie die im Mietpreis der Wohnung inbegriffene Putzfrau als Kundschafter einspannt. Sowohl die Auflösung des von ihr vermuteten Verbrechens als auch die persönliche Beziehung und selbst das Drehbuch nehmen überraschende Wendungen.
Ein vergnügliches Hörspiel, von den Sprechern wunderbar atmosphärisch in Szene gesetzt, trefflich untermalt mit Stücken von Judy Garland und Ella Fitzgerald.